Austausch mit Dämpfung

«File sharing» im exex mit Hildegard Spielhofer und Christof Salzmann

Von Ursula Badrutt Schoch

 

 

Was machen Künstler heute? Matthias Kuhn fragt nach künstlerischen Strategien im Zeitalter vom Ende. Christof Salzmann und Hildegard Spielhofer waren die Gäste am vergangenen Donnerstag.

 

Im Projektraum exex geht es in der «pool position #02» um Austausch. Mit «file sharing» kreiert Matthias Kuhn einen Ort des Worts, wo in lockerer Atmosphäre intellektuelle Höhenflüge ebenso wie banale Oberflächenfahrten oder subversiver Tiefgang stattfinden können. Hildegard Spielhofer stellte am donnerstäglichen Veranstaltungsabend anhand sinnlich visueller Beispiele wie «Ich suche keinen Ort» oder «Zeit totschlagen» ihre Arbeit vor und setzt sie der kritischen Diskussion aus. In der Absicht des Ausstauschs steht auch das Ausstellungsprojekt im Dienstleistungsbüro «tweaklab» in Basel, das sie als Kuratorin betreut, oder die Zeitschrift «compiler».

In der Art eines krawattierten Produktemanagers versuchte Christoph Salzmann mit einer einwandfreien Powerpoint-Präsentation das Publikum von Sinn und Unsinn seiner «daily soup» zu überzeugen. Ob die tägliche Suppe der medialen Eintagsberühmtheiten mehr in den Lightfood- oder doch lieber in den Kunstkomplex gehören soll, vermochte dann allerdings keine Diskussion anzureissen. Künstlerische Strategien können auch zu offensichtlich subversiv sein und den Reiz an Auseinandersetzung verlieren. Weltlagedepressive Verstimmtheiten mögen als zusätzlicher Lustdämpfer gegenüber Suppengemüse gewirkt haben.

 

 

 


Der Artikel erschien am 24. März 2003 im St.Galler Tagblatt.
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Text-URL http://www.wortwerk.ch/file_sharing/dokumentation/sgtb_030324.html