journal_02.07.2001

 

 

NACHTTRAG. es ist doch so, dass einem immer am morgen danach noch was in den sinn kommt: die vermutung liegt nahe, dass ALLES authentischer ist als die KUNST und weil kunst künstlich ist, sich die frage nach dem authentischen gar nicht stellt und auch gar nicht interessant ist. eigentlich eine banalität, oder? das LEBEN so wie es sich im ALLTAG darstellt: ist doch wirklich authentisch (der TOD sowieso: vielleicht das einzig wirklich authentische). das leben - totalpauschal - kommt vor allem gar nicht in diese KRISE, dass man sich fragen muss: ob es denn daran etwas authentisches gäbe. es ist. fertig. kann man die KUNST eigentlich grad vergessen. sich anhand dieses KONSTRUKTS KUNST diese fragen zu stellen: ist so eine art schöngeistige hirngymnastik. macht vielleicht spass, ein bisschen turnen. aber sonst? nein halt: spass muss sein. und wenns im museum plötzlich spass macht: umso besser.
FERIEN. da gibt es schon viel grundlegendere probleme.
«was mich angeht? was ich meine? du weisst: ich habe keinen willen mehr. wenn ich nur wüsste, wer ich bin. mir ists auch recht. ich komme und gehe.» in der ostschweiz scheint man sich auf die ferien vorzubereiten, denn der geist erlahmt langsam, der körper braucht erholung, reicht die kraft gerade noch zum packen - «die sachen liegen schon auf einem haufen. liren, badetüchern, frischen wäschen. landkarten. musikmaschinen. adresskarteien. [...], sonnenmilchen. was man so brauchen im süden. kreditkarten. das alles liegen bereiten. haufen auf dem tischen. haufen auf dem ledersofen.» - verwirrende beobachtung hier von PARIS aus. immerhin bereitet man sich auf allen ebenen grundsätzlich vor. das geht so weit - «die völkerverständigung ist doch eine der grössten erfindungen in unserem erdenbeben.» - dass die völker und länder eingehend studiert werden, schliesslich will man das richtige reiseziel nicht verfehlen. wie wärs also mit italien? kommt man ja fast nie hin und gerade im SOMMER soll es da sehr schön sein: menschleere strände und dann diese kleinen verlassenen historischen städtchen. man hat das ganze land für sich allein. die italiener sind dann ja alle auch in den ferien. wo eigentlich? wenigstens einen vorteil hat die rechtzeitige fahrt in den sünden: «und am tag des onkel sam [jenem BRATWURSTFEIERTAG, den nicht erleben zu müssen ich mir gewünscht hatte] sind wir schon in ita lien: oh livenöl. es presso. sami limi. me lonen. mai ale. vit ello. ravi oli. can el loni. ver dure. ma re caldo. bronz are al sole. tempera ture. dolce farni ente. gel ato. min erale.» wir sehen: in den ferien führt man ein vor allem genussorientiertes leben im süden. schöne ferien also!
(bisschen gelästert und jetzt dem dringenden vorwurf ausgesetzt, eigentlich nur NEIDISCH zu sein, und eigentlich am liebsten mitfahren zu wollen. ist was dran. irgendwie.)
GALERIE. herr win goes to town.

 

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