journal_06.07.2001

 

 

VORWORT. paar verstreute gedanken (für einmal ohne ergänzungen zur nachtbarschaft. obwohl alle fenster überall weit offen stehen: es hat abgekühlt: man will frische luft).
NOCH EIN SOUNDTRACK. passt alles wunderbar zusammen. es wird nachmittags dunkel. ein gewitter im anzug (das dann allerdings doch nicht eintrifft: vielleicht später). JUNGLE DRUMS, diesmal ohne dirigent. und das nächste stück - es ist immer so, dass das nächste stück passt, immer: NIGHT MUST FALL (und die nummer 9 der cd ist es ausserdem: hab ichs nicht immer gesagt). cugat, immer noch ohne dirigent (und ab heute nacht sowieso sans conduction à paris). und das nach einem ausgedehnten intro vormittags mit thomas fats waller. «bisschen altmodisch halt», sage ich, «aber unterhaltsam», sagt herr win: «er ist halt ein clown.» den fats meint er. «und vor allem alt, vor 1950: nur schon deshalb gut», sagt die prinzessin.
ABSCHIED UND ... wie gesagt: scheinen die sommerferien näherzurücken. langsam verstummt die ostschweiz. was wiederum heisst: dass PARIS auf sich selber gestellt sein wird: denn auch der HERR WIN (versal) und die PRINZESSIN (ebenfalls) sind heute abgereist (was sich in nie gesehenem masse auf die galerien auswirken wird: siehe unten). weinte eine kleine träne, hörte IN DREAMS unseres neuen königs (dieses: in dreams i walked with you, in dreams i talked to you, wo das YOU tönt wie ju-hu und ganz tief runter geht und man denkt, er singt jetzt das zweite YOU genau gleich herrz zerreissend schön: was er aber nicht macht, weil er dann allen schmerz in das TO legt, das er singt wie thu-u. eine echte überraschung. mann: ER ist der rechtmässige könig: noch auf dem bahnhof haben wir seine krönung bestätigt) .. aber eben, was ich sagen wollte: hörte diese live-version von IN DREAMS und wurde soffort melancholisch. besser abschweifen jetzt ...
... VERSTUMMEN. «worauf warte ich noch?» ja also: gute reise. «die einleitung tönt wie ein abschied. und ists auch sozusagen.» ja wirklich: was werden wir nur ohne die kommentare des herr b. aus k. anfangen? wir werden sehen.
die einen treibtz also an italiens südstrände (familie b. aus k.), andere nach fronkreisch, zum beispiel nach «la-tour-de-pelz» (familie s. aus t.), des weiteren fährt man offenbar im sommer gerne ans kühle nordmeer (familie r. aus t.), mit einer art sportlichen implikatzion sogar (fahrrad im gepäck: eben weil sport): «und am montag gehts ab nach kopenhagen. das sind schon keine schlechten aussichten.»
stimmt durchaus, das mit den aussichten, denkt man, weil: andere bleiben ja zuhause. nicht ganz ohne gewisse sommerliche anpassungen. e. aus s. ist an der arbeit, space-departement: «satellitenputzen mit adriano celentano.» (weil: satellitenputzen normal, aber celentano = sommer) oder: es schreibt b. aus t. über «brombeerenzurückschneiden», bodenständige grüsse inkl. (weil: brombeeren normal, aber grüsse = sommersache) oder: «... und kann gar keine ferien machen diesen sommer und ich freue mich ...», schreibt c. aus e. (ja, weil: sich freuen normal, keine ferien = sommerproblem).
so siehtz aus in der vorstellung. und in wirklichkeit stehen alle im stau oder drängen sich auf bahnsteigen. aber immerhin werden die ferien erholsam gewesen sein, ZUHAUSE und in der FREMDE und: in der SUMME. also doch: schöne ferien.
DENKMAL. was im verlaufe der woche untergegangen ist, hättz längst schreiben sollen: muss jetzt schnellstens nachgeholt werden. JOE HENDERSON ist tot. letzten samstag abend gestorben. wir haben an jenem abend SO NEAR SO FAR gehört. ich hatte beim ersten stück immer wieder zurück gezappt, um das aufkommen des grooves zu erörtern (zweistufige zündung sozusagen). am dienstag haben wir dann den nachruf in der libération gelesen. MILES AHEAD zerzappt: auch ein nachruf.
GALERIE. die letzte galerie heute: unter der intensiven mitwirkung von herr win und der prinzessin. mit der üppigkeit istz also vorbei. werden wir wieder prosaischer. die mitarbeit zusammengefasst: herr win, noch auf dem bahnsteig - mit der falschen zigarettenpackung in der hand - sagt: «ich hätte auf die farbe vertrauen sollen.» brauchte gar nichtz mehr zu sagen. lachten nur beide. alles klar, sozusagen.

 

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